Vom 18.-25. Juli 2008 konnte das Afrikanische Naturfreundenetzwerk (RAFAN-Réseau Africain des Amis de la Nature) gemäß dem 2007 in Burkina Faso beschlossenen Arbeitsprogramm sein erstes gemeinsames Seminar veranstalten. Das Seminar wurde von der NFI finanziell unterstützt und fand im Naturfreundehaus in Petit Mbao in Senegal statt.
Bei diesem ersten internatonalen Treffen waren vertreten: ASAN (senegalesische Naturfreunde) als Vollmitglied der NFI, CASE-TOGO (Togo) und NAVET (Burkina Faso) als Partnerorganisationen sowie als Beobachter die Vereinigungen ALUSFADE (Guinée), AADIB (Mali) und KAFOFARM (Gambia).
Theorie und Praxis wechselten einander ab, die TeilnehmerInnen konnten in einem offenen Erfahrungsaustausch unterschiedliche Themen ansprechen: kulturelle Aspekte beim Schutz von Ökosystemen, Abfallwirtschaft, Klimaschutz und – ein wichtiger Arbeitsbereich – Baumschul- und Aufforstungstechnik.
Bäume wurden nicht nur entlang der Hauptstraße, die am Naturfreundehaus vorbei führt, gepflanzt sondern auch in zwei Dörfern (Diayane und Ndindi), die etwa 80 km von Dakar entfernt liegen. Die Arbeit in den Dörfern erstreckte sich über zwei Tage.
Zwischen den offiziellen Programmpunkten gab es Gelegenheit, mit der Dorfbevölkerung über die Notwendigkeit von Naturschutz vor der Haustür und neue Aufforstungstechniken zu plaudern. Unter der Anleitung der Fachleute von ASAN wurden dann mit vereinten Kräften 653 Setzlinge (Obst- und Waldbäume) ausgepflanzt. Die zu Beginn sehr zurückhaltenden DorfbewohnerInnen waren letzten Endes mit Feuereifer bei der Sache.
Besonders wichtig waren auch die informativen Besuche, die das Arbeitsprogramm ergänzten: Industriegebiete und die Müllproblematik in ihrem Umfeld, das Dorf Petit Mbao als Beispiel massiver Küstenerosion, die offene Mülldeponie Dakars in Mbeubeus sowie die Diskussion mit dem Leiter des Sanitätspostens der Halde. Alle diese Besuche zeigten deutlich, welche enormen Gefahren für die Bevölkerung und deren Gesundheit und Wohlbefinden von Umweltphänomenen ausgehen, umso mehr, wenn die Bevölkerung unzureichend informiert wird oder auf Grund großer Armut keine Chancen hat, etwas zu unternehmen.
Selbstverständlich standen auch „touristische“ Besichtigungen auf dem Programm, wie zum Beispiel der „Rosa See“, die Stadt Dakar und die Insel Gorée.
Das erste internationale Treffen des Naturfreundenetzwerks Afrika ging mit einer offiziellen Diplomüberreichung zu Ende, die unter dem Vorsitz des ASAN-Präsidenten Alioune Diagne Mbor stattfand, der auch zum Ehrenpräsidenten des Netzwerks gewählt wurde. Eine Folgeveranstaltung ist für 2010 in Burkina Faso geplant.
Ein Bericht von Mamadou Mbodji, Vorsitzender des Netzwerks